Stehen oder Sitzen?

Standing or Sitting? - Sunaofe

Der moderne Arbeitsalltag gleicht oft einem bizarren Ausdauertest für den Hintern. Wir haben das Leben als Jäger und Sammler gegen die hehre Suche nach der perfekt getippten E-Mail eingetauscht, und unsere Körper fragen sich, ob sie zu einem stuhlförmigen Fegefeuer verdammt wurden. In den Büros klagt man über Nackenverspannungen, Rückenschmerzen, Hüften, die sich wie ein verkrampfter Deckel anfühlen, und das allgemeine Gefühl, die Wirbelsäule verforme sich langsam zu einem Fragezeichen.

Da kommt der Stehschreibtisch ins Spiel – gefeiert als Retter vor dem ewigen Sitzen! Die Revolution versprach Befreiung. Aber ist ständiges Stehen wirklich das gelobte Land? Wie findet man die Balance zwischen Sitzen und Stehen im Arbeitsalltag?

Ist es gesund, den ganzen Tag am Schreibtisch zu stehen?

Halten Sie Ihre ergonomischen Stühle bereit. Ständiges Sitzen durch ständiges Stehen zu ersetzen, klingt zwar nach einer Verbesserung, doch die Biologie sieht das anders. Den ganzen Tag zu stehen ist nicht grundsätzlich gesünder als den ganzen Tag zu sitzen. Warum?

Für das Kreislaufsystem

Stehen fördert die Durchblutung besser als Sitzen und senkt so das Risiko einer tiefen Venenthrombose (TVT) – ein klarer Vorteil. Wer jedoch stundenlang starr steht, riskiert Beschwerden an Füßen und Knöcheln (Schwellungen, Krampfadern).

Für das Muskel-Skelett-System

Stehen beansprucht die Rumpf- und Beinmuskulatur stärker und verbrennt dadurch ein paar Kalorien mehr. Durchgestreckte Knie und statisches Stehen können jedoch zu Schmerzen im unteren Rücken, Fußschmerzen (wie z. B. Plantarfasziitis) und sogar Gelenkbelastungen führen.

Für Energie und Fokus

Stehen kann zunächst die Aufmerksamkeit steigern, doch bald setzt Ermüdung ein. Haben Sie schon einmal versucht, sich zu konzentrieren, während sich Ihre Füße wie Betonklötze anfühlen?

Ausschließlich im Stehen zu arbeiten ist wie sich nur von Grünkohl zu ernähren – theoretisch gut, praktisch nicht durchzuhalten und unter Umständen kontraproduktiv. Um die Durchblutung zu fördern und die Arbeitsleistung hoch zu halten, sollten Sie ein gesundes Verhältnis von Sitzen zu Stehen anstreben.

Das richtige Gleichgewicht zwischen Sitzen und Stehen

Die Meinungen über das optimale Verhältnis von Sitzen zu Stehen gehen auseinander, Ergonomieexperten empfehlen jedoch einen Wechsel alle 30 bis 60 Minuten. Sunaofe erklärt das Thema hier aus der Perspektive von Anfängern und der breiten Öffentlichkeit.

Für Einsteiger

Für Einsteiger ist ein langsamer Start entscheidend. Betrachten Sie es als einen Tanz, nicht als einen Wettkampf. Wenn Sie mit Stehpulten beginnen, starten Sie am besten mit 10 Minuten Stehzeit pro Stunde. Steigern Sie die Stehzeit dann allmählich auf 20–30 Minuten.

So finden Sie Ihren Rhythmus:

  1. Langsam und behutsam anfangen: Versuchen Sie nicht, am ersten Tag den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Beginnen Sie mit 10 Minuten Stehen pro Stunde. Ihr Körper muss sich erst daran gewöhnen!
  2. Höre auf deinen Körper (wirklich!): Setz dich hin, wenn du Müdigkeit, Unruhe oder Unbehagen verspürst. Dasselbe gilt fürs Sitzen.
  3. Konzentriere dich auf die Haltung: Stell dir vor, ein Faden zieht dich sanft vom Scheitelpunkt deines Kopfes. Die Schultern sind entspannt, unten und hinten (nicht zu den Ohren hochgezogen). Die Knie sind leicht gebeugt. Verteile dein Gewicht gleichmäßig.
  4. Erinnerungen einstellen (aber freundlich sein): Nutzen Sie Apps, Timer, Smartwatches oder sogar Post-it-Zettel, um zum Umschalten aufzufordern.

Für die Stehtisch-Veteranen

Diese Crew kennt das Problem: „Ich habe meinen Stuhl vergessen.“ Wenn das auf dich zutrifft, bedeutet das, dass du Ausdauer aufgebaut hast!

Hier sind Tipps zum Stehen und Sitzen:

  1. Optimieren Sie Ihr Verhältnis: Streben Sie eine ausgewogenere Aufteilung an. Studien legen häufig ein Verhältnis von 1:1 oder 2:1 (Sitzen zu Stehen) als guten Richtwert nahe. Das könnte beispielsweise 30 Minuten Sitzen/30 Minuten Stehen oder 45 Minuten Sitzen/15 Minuten Stehen bedeuten.
  2. Bewegung ist das A und O: Nicht einfach nur stehen bleiben – kleine Bewegungen sind wichtig. Verlagern Sie Ihr Gewicht, machen Sie ein oder zwei Schritte. Oder machen Sie Zehenspitzenheben. Das ist viel besser als statisches Stehen.
  3. Verändern Sie Ihre Fußstellung: Nutzen Sie eine kleine Fußstütze, um Ihre Position zu verändern. Versuchen Sie es mit einem geteilten Stand oder stellen Sie gelegentlich einen Fuß auf einen kleinen Hocker.
  4. Achten Sie auf eine gute Sitzhaltung: Wenn Sie sitzen, dann richtig! Stellen Sie sicher, dass Ihr Stuhl eine gute Lendenwirbelstütze bietet, Ihre Füße flach auf dem Boden (oder einer Fußstütze) stehen und sich Ihr Bildschirm auf Augenhöhe befindet.
  5. Hören Sie auf Ihren Körper (immer noch!): Veteranenstatus schützt nicht vor Überforderung. Beachten Sie die Erschöpfungssignale.

Das Verhältnis zwischen Stehen und Sitzen hängt von Ihrer Tätigkeit ab, eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Experten empfehlen jedoch generell, alle 30 bis 60 Minuten aufzustehen und sich zu bewegen. Hier einige Anregungen:

  • Machen Sie nach einer Weile einen kleinen Spaziergang durchs Büro.
  • Mach ein paar Dehnübungen.
  • Gönnen Sie sich eine neue Wasserflasche. Häufiges Wassertrinken kann sanfte Bewegungen fördern und Ihren Füßen zur Ruhe kommen lassen.
  • Nutzen Sie einen Stehtisch (sofern dies an Ihrem Arbeitsplatz erlaubt ist).
  • Wichtig ist, auf seinen Körper zu hören und nicht zu lange in einer Position zu verharren.

Stehschreibtisch: Eine Abwägung der Vor- und Nachteile

Nur Stehen reicht nicht aus; für die vollen Vorteile benötigen Sie die richtige Haltung und die passende Einrichtung. Daher ist ein Stehtisch die beste Wahl.

Vorteile von Stehpulten

  • Bewegungskatalysator. Der größte Gewinn! Er macht Haltungswechsel mühelos und fördert subtile Bewegungen.
  • Haltungspotenzial. Es ist einfacher, eine neutrale Wirbelsäulenposition beizubehalten, als in einem Stuhl zusammenzusacken (wenn man richtig steht!).
  • Steigert Energie und Engagement. Kann die Aufmerksamkeit erhöhen, das Nachmittagstief verringern und Meetings weniger eintönig gestalten.
  • Verbessert die Durchblutung. Hilft, Blutansammlungen in den Beinen, die durch langes Sitzen entstehen, zu bekämpfen.
  • Kalorienverbrauch (gering). Verbrennt etwas mehr Kalorien als Sitzen – aber Kleinvieh macht auch Mist!
  • Raum & Zusammenarbeit. Es kann sich manchmal weniger einengend anfühlen und einfachere, schnellere Gespräche ermöglichen.

Für einen detaillierteren Einblick in weitere Vorteile lesen Sie den Artikel „Vorteile von Stehtischen“.

Stehpult im Büro verwenden

Nachteile von Stehpulten

  • Kosten: Gute Exemplare können eine Investition sein.
  • Lernkurve: Erfordert bewusste Anstrengung für eine effektive Nutzung (Körperhaltung, Umschalten).
  • Möglichkeit neuer Beschwerden: Falsche Ausführung oder Überbeanspruchung können zu Fuß-, Bein- oder Rückenschmerzen führen.
  • Ablenkungsrisiko (anfangs): Höhen und Übergänge einzuschätzen, kann knifflig sein.

Fazit: Ein Stehschreibtisch ist ein hervorragendes Hilfsmittel, um Bewegung und Haltungswechsel zu fördern, aber kein Allheilmittel. Sein Nutzen hängt ganz von der richtigen Nutzung ab. Weitere Informationen zu ergonomischen Richtlinien finden Sie in „Stehschreibtisch-Sicherheit 101: So vermeiden Sie häufige Gesundheitsprobleme durch die richtige Schreibtischhöhe“.

Weitere ergonomische Konfigurationen, die Ihnen helfen können

Monitorhöhe

Positionieren Sie die Oberkante Ihres Monitors auf Augenhöhe oder etwas darunter, um Ihren Nacken in einer neutralen Position zu halten – Tipp: Passen Sie Monitorarme und Stehpulte aneinander an.

Modernes Homeoffice-Setup mit Stehtisch und Stuhl.jpg

Schreibtischhöhe

Beim Arbeiten müssen Sie die Höhe Ihres Stehtisches so einstellen, dass Ihre Ellbogen beim Tippen einen 90-Grad-Winkel bilden. Tipp: Elektrisch verstellbare Stehtische sind besser als manuelle.

Fußstütze

Verwenden Sie Anti-Ermüdungsmatten oder stützende Schuhe, um die Belastung Ihrer Füße und Gelenke zu reduzieren.

Platzierung von Tastatur und Maus

Platzieren Sie sie nahe am Rand Ihres Schreibtisches, um das Strecken zu minimieren.

Abschluss

Ist acht Stunden Stehen besser als Sitzen? Nein, langes Verharren in einer bestimmten Haltung ist ungesund. Zu langes Sitzen ist schlecht, aber auch zu langes Stehen. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die einzig richtige ist: Hören Sie auf Ihren Körper. Lassen Sie ihn sich bewegen, verlagern Sie sein Gewicht, lassen Sie ihn schlurfen, lassen Sie ihn sich lehnen – und ja, lassen Sie ihn auch mal sitzen!

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